
Die Tradition des Bootsstakens geht auf
die Vorkriegszeit zurück. Wir staken von April bis November. Von unserem Angebot machen
viele polnische und ausländische Touristen Gebrauch. Die Bootsfahrt auf der Kruttinna
(Krutynia) ist ein fester Programmpunkt von ausländischen Reisegruppen. Viele Reiseführer
(u.a. Pascal) rechnen diese Tour zu den Dingen, die man unbedingt erlebt haben muss. Die
Tour geht durch das Naturschutzgebiet Kruttinnen.

Das Naturschutzgebiet wurde 1983 dank der
Bemühungen von Rudolf Klarowski, des ehemaligen Naturschutzbeauftragten in Allenstein
(Olztyn) gegründet. Es hat eine Fläche von 273,12 ha und schützt den Kruttinner See und
den Oberlauf des Flusses Kruttinna sowie die anliegenden Laub- und Mischwälder. Der Fluss
Kruttinna und das Naturschutzgebiet sind beliebt bei den Touristen und Paddlern, die
diesen Teil der Paddeltour auf der Kruttinna als attraktivsten betrachten.

Beschreibung der Strecke der Staktour
Wir fahren an dem Bootssteg bei der Brücke los und schwimmen gegen den Strom in Richtung
auf das Erholungsheim Syrenka und die Wassersportstation PTTK in Kruttinnen.
Nach etwa 200 m fahren wir vorbei an dem Gebäude des Vorkriegs-Sanatoriums. Heute
befindet sich dort der Speiseraum des Erholungsheims Syrenka. Wir kommen
weiter zum flachen und etwa 3 m engen Kanal und umrunden die grösste Insel auf der
Strecke. An beiden Ufern können wir das Werk der Biber sehen - angenagte Birken und gefällte
Haselnussträucher. Nachdem wir die letzten Gebäude hinter uns gelassen haben, kommen wir
zum Wald , der auf den Moränenhügeln wächst, durch die die Kruttinna fließt. Der Fluss
illustriert die Besonderheiten der Pflanzen- und Tierwelt.

Auf dem Grund der Kruttinna liegen an
diesem Ort viele Steine. Die meisten von ihnen sind mit der roten Schicht der
Hildebrandtia rivularis bedeckt, einer roten Algenart, die in sauberen Gewässern lebt.
Das sind niedere Pflanzenarten, die weder Stiel noch Wurzeln haben. Es gibt hier auch den
Süsswasserschwamm, ein wirbelloses Tier, das in sauberen Gewässern lebt. Wir gleiten
weiter flussaufwärts. Unterwegs beobachten wir die hier häufig vorkommenden Eichelhäher.
Manchmal lugt hinter einem Baumstamm ein Eichhörnchen hervor oder es schwirren Libellen
vorbei, die ihre Larven verlassen haben.

Wir kommen an einen Ort, wo der Fluss ganz
flach wird und einen feinkörnigen, goldfarbenen sandigen Grund hat. Wegen dieses Sandes
nannten die Einheimischen diesen Platz gelber Sand. Wegen des flachen Wassers
und des sandigen Untergrundes ist dieser Ort bei den Kindern besonders beliebt, die hier
gerne baden. Auf dem Fluss kann man Inseln finden, die von Baumgruppen gebildet werden,
die unterwaschen sind und dem Fluss den Weg versperren. Dieses Hindernis ändert langsam
den Flusslauf , dessen Hauptströmung zum engeren Teil strebt und manchmal eine Vertiefung
in den Sand gräbt.
Hier enden die einstündigen Stak-Touren. Am gelben Sand kehren wir um und
gleiten mit der Strömung nach Kruttinnen zurück. Man kann die Strecke auch bis zum
Kruttinner See (Jezioro Krutynskie) verlängern. Die Tour dauert dann etwa 1,5 Stunden.
Wir lassen uns weiter flussaufwärts
staken. Nach einigen Dutzend Metern biegt der Fluss nach rechts. Wir befinden uns in der
Flussschleife. Die Kruttinna verdankt ihren Namen den vielen Mäandern, die
charakteristisch sind für ihren Unterlauf. Der Name bedeutet schnellfließender und
gewundener Fluss.

Wir kommen zu einer neuen Ausweitung, wo
man im Schilf Schwäne treffen kann und zwischen den im Wasser liegenden Baumstämmen Gänsesäger.
Hier kann man auch öfters Eisvögel und Reiher finden. Am Oberlauf des Flusses nisten
einige Gänsesägerpaare.
Flussaufwärts beobachten wir die Bäume, die am Ufer der Kruttinna wachsen. Unter ihnen
ragen riesige Kiefern mit geraden Stämmen hervor , die noch Spuren der Harzgewinnung aus
den sechziger Jahren tragen, Eichen und Buchen, unter denen Maiglöckchen und andere
Waldblumen wachsen. Am Wasser findet man am häufigsten Erlen. Man kann hier Muscheln
beobachten, eine beliebte Nahrungsquelle für amerikanische Nerze und Fischottern. Über
die Wasseroberfläche huschen Wasserläufer.
Den Flusslauf verperren Reste einer Holzbrücke, die an der Stelle der Furt stand, durch
die die Ordensritter zur Jagdstation an der Kruttinna übersetzten. Von den Resten der Brücke
führt ein Weg von Pflastersteinen aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen, als das
Restaurant Murawa am See stand und sich hier eine Station für Bootsfahrten
befand. Wenn man zum Kruttinner See kommt, kann man dort riesige Eschen beobachten. Eine
Schilfinsel im See verbirgt ein Nest von Schwänen, die seit vielen Jahren an diesem Ort
nisten.

Hier kehren wir um und gleiten mit der
Flussströmung nach Kruttinnen zurück.
Auf Bestellung organisieren
wir nächtliche Bootsfahrten mit Lampions, Lagerfeuer und einer masurischen Musikkapelle.
Reisegruppen und Reisebüros können besondere Preise aushandeln.
Preise:
Eine Stunde Staken - 6 EUR pro Person
Eineinhalb Stunde Staken - 7,5 EUR pro Person
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